Luft kann nur eine begrenzte Menge Wasserdampf aufnehmen – je kälter, desto weniger. Kühlt warme, feuchte Raumluft an einer kalten Fläche unter ihren Taupunkt ab, schlägt sich Wasser nieder. Am Fenster passiert das zuerst, weil Glas und Glasrand zu den kühlsten Flächen im Raum gehören.
- Innen beschlagen heißt meist: zu viel Feuchte in der Raumluft. Das Umweltbundesamt empfiehlt 40 bis 60 % relative Luftfeuchte.
- Außen beschlagen ist bei gut dämmendem Glas normal und kein Mangel – die Wärme bleibt im Haus.
- Zwischen den Scheiben beschlagen heißt: Der Randverbund ist undicht. Das ist ein Mangel – bitte mit Foto melden.
- Im Winter 2- bis 3-mal täglich rund 5 Minuten stoß- oder querlüften statt Dauerkippen. Werden mehr als ein Drittel der Fenster getauscht, verlangt DIN 1946-6 ein Lüftungskonzept.
Wo beschlägt das Fenster?
Die Stelle, an der sich Wasser bildet, sagt mehr über die Ursache als die Menge. Diese drei Fälle lassen sich leicht unterscheiden:
Zu viel Feuchte im Raum
Typisch morgens im Schlafzimmer, in Küche und Bad und im ersten Winter nach Neubau oder Sanierung, wenn Putz und Estrich noch Feuchte abgeben.
Was tun: richtig lüften, Luftfeuchte mit einem Hygrometer prüfen, Heizkörper unter dem Fenster freihalten, Wasser am Glas abwischen.
Zeichen guter Dämmung
In klaren, feuchten Nächten kühlt die äußere Scheibe durch Abstrahlung unter die Lufttemperatur ab. Je weniger Wärme aus dem Raum nach außen dringt, desto kälter bleibt sie – deshalb häufiger bei Dreifachverglasung.
Was tun: nichts. Der Beschlag verschwindet meist im Laufe des Vormittags.
Randverbund undicht
Feuchte ist in den Scheibenzwischenraum gelangt. Sie lässt sich weder wegwischen noch weglüften, und die Dämmwirkung des Glases lässt nach.
Was tun: Foto machen und uns mit Rechnungs- oder Vorgangsnummer melden – wir prüfen den Fall im Rahmen der Mängelrechte bzw. der Herstellergarantie.
Taupunkt und Luftfeuchte: ab wann es tropft
Ob sich an einer Fläche Wasser bildet, hängt von zwei Dingen ab: wie feucht die Raumluft ist und wie kalt die Fläche. Die Tabelle zeigt, bei welcher Oberflächentemperatur Raumluft von 20 °C Wasser abgibt:
| Relative Luftfeuchte bei 20 °C | Taupunkt | Bewertung |
|---|---|---|
| 40 % | ca. 6 °C | unkritisch |
| 50 % | ca. 9 °C | üblicher Wohnraum |
| 60 % | ca. 12 °C | obere Grenze der Empfehlung |
| 70 % | ca. 14 °C | zu feucht – lüften |
Taupunkte nach der Magnus-Formel berechnet und gerundet.
Rechenbeispiel: Bei 20 °C innen und −5 °C außen liegt die Scheibenmitte einer Zweifachverglasung (Ug 1,1) rechnerisch bei rund 16 °C, die einer Dreifachverglasung (Ug 0,6) bei rund 18 °C. Beide bleiben in der Mitte also deutlich über dem Taupunkt. Kritisch sind die Stellen, die kälter sind als die Scheibenmitte: der Glasrand, die unteren Ecken und Bereiche hinter Vorhängen, in die keine warme Luft kommt.
Warum es am unteren Rand zuerst beschlägt
- Glasrand: Der Abstandhalter zwischen den Scheiben leitet mehr Wärme als das Glas. In unseren Verglasungen ist ein warmer Randverbund („warme Kante“) Standard – das hebt die Temperatur am Rand an, schafft den Unterschied zur Scheibenmitte aber nicht ganz ab.
- Abfallende Kaltluft: Am Glas abgekühlte Luft fällt nach unten. Der untere Rand ist deshalb meist die kälteste Stelle des Fensters.
- Verdeckter Heizkörper: Lange Vorhänge, eine tiefe Fensterbank oder Möbel vor dem Heizkörper halten die warme Luft vom Fenster fern.
- Laibung und Einbaufuge: Eine ungedämmte Laibung oder eine durchfeuchtete Fuge kühlt den Rahmen ab. Wie ein Fenster in drei Ebenen eingebaut wird, erklärt unser Montage-Ratgeber.
- Viele Feuchtequellen: Pflanzen, Aquarien, Kochen ohne Deckel und Wäsche auf dem Ständer geben laufend Wasser an die Luft ab.
Richtig lüften: Stoß- und Querlüften statt Dauerkippen
Beim Lüften soll feuchte Raumluft gegen trockenere Außenluft getauscht werden – schnell, damit Wände und Möbel nicht auskühlen. Das Umweltbundesamt empfiehlt:
| Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Heizperiode | 2- bis 3-mal am Tag ca. 5 Minuten je Raum, Fenster weit geöffnet |
| Sommer | je Lüftung ca. 10 bis 20 Minuten |
| Schlafzimmer am Morgen | 5 bis 10 Minuten bei weit geöffnetem Fenster |
| Querlüften | mehrere Fenster gleichzeitig öffnen, am besten an gegenüberliegenden Seiten – so wird der Luftwechsel am größten |
| Kipplüften | vermeiden: kühlt die Laibung aus und erhöht die Heizkosten deutlich |
| Nach Duschen und Kochen | sofort lüften, Wasser von Fliesen und Glas abwischen |
| Wäsche | möglichst nicht in der Wohnung trocknen |
Steigt die relative Luftfeuchte über 60 %, sollte öfter gelüftet werden. Ein einfaches Hygrometer zeigt, ob Ihr Lüften reicht.
Dichte Fenster brauchen Zuluft
Neue Fenster sind um ein Vielfaches dichter als alte. Die ungeplante Lüftung über undichte Fugen, über die ein Altbau bisher Feuchte losgeworden ist, fällt weg – bleibt das Lüftungsverhalten gleich, steigt die Luftfeuchte. Deshalb verlangt die DIN 1946-6 ein Lüftungskonzept, wenn im Ein- oder Mehrfamilienhaus mehr als ein Drittel der Fenster ausgetauscht wird, sowie im Neubau. Es prüft, ob die „Lüftung zum Feuchteschutz“ auch ohne Zutun der Bewohner gesichert ist, und legt gegebenenfalls Maßnahmen fest: Fensterfalzlüfter, Außenwandluftdurchlässe oder eine Lüftungsanlage.
Das Konzept erstellt eine Fachplanerin oder ein Fachbetrieb, etwa Ihr Handwerker oder Ihre Energieberatung. Da wir ohne Montage liefern, klären Sie es am besten vor der Bestellung – dann können Sie Lüfter gleich mitbestellen. Mehr zur Vorbereitung auf der Seite Einbau vorbereiten.
Fensterfalzlüfter: Zuluft bei geschlossenem Fenster
Ein Fensterfalzlüfter sitzt im Falz zwischen Rahmen und Flügel und lässt eine kleine, gleichmäßige Menge Außenluft in den Raum – auch nachts und wenn niemand zu Hause ist. Bei Kunststofffenstern wählen Sie ihn im Fenster-Konfigurator im Schritt „Griff & Lüftung“: rund 67 € inkl. MwSt. je Fenster. Bei Aluminium- und Holzfenstern nennen wir den Preis im Angebot.
Wie viele Lüfter nötig sind und ob zusätzlich Abluft geplant werden muss, ergibt sich aus dem Lüftungskonzept. Ein Lüfter ersetzt das Stoßlüften nach Duschen oder Kochen nicht.
Was Verglasung und Einbau beitragen
- Dreifachverglasung hält die Innenscheibe wärmer (im Beispiel oben rund 18 statt 16 °C) und beschlägt innen seltener – dafür außen häufiger. Den Vergleich finden Sie im Ratgeber Zweifach- oder Dreifachverglasung.
- Warme Kante ist in beiden Verglasungen unseres Sortiments enthalten und verringert Kondensat am Glasrand.
- Einbau: innen luftdicht, außen schlagregendicht – sonst dringt Raumfeuchte in die Fuge ein. Das liegt in der Verantwortung des einbauenden Betriebs.
Ein Fenster kann Lüften aber nicht ersetzen: Auch das beste Glas beschlägt, wenn die Luftfeuchte dauerhaft zu hoch ist.
Häufige Fragen zu beschlagenen Fenstern
Neue Fenster sind viel dichter. Die Feuchte, die früher durch undichte Fugen entwich, bleibt im Raum. Häufiger lüften hilft; werden mehr als ein Drittel der Fenster getauscht, verlangt DIN 1946-6 ein Lüftungskonzept, zum Beispiel mit Fensterfalzlüftern. Im ersten Winter nach einer Sanierung kommt oft noch Baufeuchte hinzu.
Nein. Außen beschlägt die Scheibe, wenn sie in klaren, feuchten Nächten abkühlt und kaum Wärme aus dem Raum nach außen dringt. Das ist bei gut dämmender Dreifachverglasung häufiger und ein Zeichen für guten Wärmeschutz. Der Beschlag verschwindet meist am Vormittag.
Das Umweltbundesamt empfiehlt 40 bis 60 % relative Luftfeuchte. Liegt der Wert dauerhaft darüber, sollten Sie öfter lüften. Bei 20 °C und 60 % Luftfeuchte bildet sich an Flächen unter etwa 12 °C Wasser.
Nein. Dauerkippen tauscht wenig Luft aus, kühlt aber die Laibung ab und erhöht die Heizkosten deutlich. Besser: im Winter 2- bis 3-mal täglich rund 5 Minuten mit weit geöffneten Fenstern lüften, am besten quer durch die Wohnung.
Dann ist der Randverbund der Isolierglasscheibe undicht – das lässt sich nicht weglüften. Machen Sie ein Foto und melden Sie sich mit Rechnungs- oder Vorgangsnummer bei uns. Wir prüfen den Fall im Rahmen der Mängelrechte bzw. der Herstellergarantie.
Das hängt vom Lüftungskonzept ab. Er ist eine einfache Möglichkeit, dichten Räumen ohne Lüftungsanlage dauerhaft etwas Zuluft zu geben. Bei unseren Kunststofffenstern kostet er rund 67 € inkl. MwSt. je Fenster und ist im Konfigurator wählbar.
Im Konfigurator wählen Sie Verglasung und Fensterfalzlüfter und sehen den Preis sofort.
Allgemeine Hinweise ohne Gewähr für den Einzelfall; sie ersetzen weder ein Lüftungskonzept noch die Beratung durch Fachleute vor Ort.